PRK/LASEK: alle wichtigen Infos zur Augenlasermethode

von Michael Koenig
13 July 2022
Methoden

Bei der PRK/LASEK handelt es sich um die älteste Methode zum Augenlasern. Beim Eingriff wird die Brechkraft an der Oberfläche der zentralen Hornhaut verändert, so lassen sich Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung korrigieren. Gegenüber anderen Verfahren, wie etwa der LASIK, stellt sie eine für das Auge schonendere und kostengünstigere Alternative dar.

PRK /LASEK – das Verfahren im Detail

Das klassische PRK-Verfahren (Photorefraktive Keratektomie) stellt die erste Generation der Augenlaserverfahren dar und fand zu Beginn der 80er Jahre erstmals Anwendung. Heute gilt es als Vorreiter weiterer Methoden, wie etwa der LASEK (Laser Epitheliale Keratomileusis), welche aus der PRK hervorgegangen ist. (1)

Bei beiden Verfahren wird zunächst die Deckschicht der Hornhaut (=Epithel) entfernt. Bei dem PRK-Verfahren kommt dabei das sogenannte Hockey-Messer zum Einsatz. Bei der LASEK wird hingegen die oberste Epithelschicht mit einem in Alkohol getränkten Schwämmchen aufgelockert und gelöst. Anschließend lässt sich die Sehschwäche mittels eines Excimer-Lasers korrigieren.

Die abgelöste Epithelschicht wächst nach der Behandlung in der Regel selbstständig wieder an. In manchen Fällen wird für eine optimale Wundheilung eine therapeutische Kontaktlinse eingesetzt, die vor einer möglichen Infektion schützt und den Heilungsprozess optimiert. Der Heilungsprozess wird in den ersten Wochen nach der Operation zusätzlich mit Augentropfen unterstützt. (1)

Wichtig: Die ursprüngliche Form der PRK wird mittlerweile kaum mehr praktiziert und ist von der LASEK- bzw. PRK/LASEK-Methode abgelöst worden. (2)

Vorteile von PRK/LASEK

Die PRK/LASEK-Methode hat folgende Vorteile:

  • schonend für das Auge (eine sehr dünne Schicht der Hornhaut wird abgelöst)
  • gut geeignet für Patienten mit sehr dünner Hornhaut
  • Komplikationen durch Flap ausgeschlossen

 

Nachteile von PRK/LASEK

Jedoch hat die Methode auch einige Nachteile aufzuweisen:

  • längerer Heilungsprozess gegenüber den anderen Verfahren
  • OP oft schmerzhafter als andere Methoden
  • Behandlung von Weitsichtigkeit ist nur sehr begrenzt möglich

 

LASIK oder LASEK – was sind die Unterschiede?

Der grundlegende Unterschied zwischen der LASEK- und LASIK-Methode liegt darin, dass bei der LASEK nur ein kleiner Teil der Oberfläche der Hornhaut abgetragen wird. Bei diesem Laser-Verfahren wird also kein Flap (beim Abtrennen erzeugter Hornhautdeckel) gebildet, wie man ihn aus der LASIK kennt. Hier wird lediglich die oberste Hornhautschicht zur Seite geschoben und darunter die Laserbehandlung durchgeführt. Dies macht den Prozess schonender für das Auge, zudem lassen sich Komplikationen mit dem Flap ausschließen. Im Gegensatz zu der LASIK verläuft der Heilungsprozess bei der LASEK jedoch auch länger und oft schmerzhafter. (2)

Die LASEK-OP kommt meist bei Patienten mit einer besonders dünnen und/oder empfindlichen Hornhaut zum Einsatz. Für sie kommt eine LASIK-Behandlung in dem Falle nicht infrage. (3)

LASIK LASEK
 

–        Flap ensteht beim Eingriff

–        Komplikationen durch Flap möglich

–        relativ schneller und schmerzfreier Heilungsprozess

 

–        kein Flap entsteht, es wird nur ein geringer Teil der Hornhaut abgetragen

–        schonender Prozess für das Auge

–        relativ langer und teilweise schmerzhafter Heilungsprozess

Für wen ist der PRK/LASEK-Eingriff geeignet?

Aus Sicherheitsgründen darf sich die Sehstärke ein Jahr vor dem PRK/LASEK-Eingriff nicht gravierend verändern und muss konstant bleiben. Zudem sind Erkrankungen des Auges, wie beispielsweise Grauer Star oder Netzhautentzündungen, im Vorhinein durch einen Arzt auszuschließen.

Der Eingriff der LASEK-Laserbehandlung ist grundsätzlich bei der Myopie (Kurzsichtigkeit) bis zu höheren Dioptrienwerten durchführbar als bei der Hyperopie (Weitsichtigkeit). (4)

Folgende Angaben sind Richtwerte für die möglichen Anwendungsbereiche der LASEK, können jedoch von Land und Lasersystem leicht abweichen:

  • Kurzsichtigkeit: bis max. -8 Dioptrien (4)
  • Weitsichtigkeit bis max. +3 Dioptrien (4)
  • Hornhautverkrümmung bis max. 6 Dioptrien (4)

PRK/LASEK: Heilungsverlauf und mögliche Komplikationen

Grundsätzlich verläuft der Heilungsverlauf bei der LASEK meist ohne gravierende Komplikationen und Risiken. Jedoch ist der Prozess, verglichen mit anderen Behandlungen wie der LASIK, recht langwierig und mit Schmerzen verbunden. Hier können die behandelten Augen nach der Operation in den ersten Tagen etwas schmerzen und ein ausgeprägtes Trockenheitsgefühl auslösen (3).

Damit eine mögliche Infektion weitestgehend auszuschließen ist und die Augen bestmöglich verheilen können, ist es wichtig, sie während des Heilungsprozesses regelmäßig zu tropfen. Zudem ist es wichtig, alle Vorgaben des behandelnden Arztes strengstens einzuhalten. Zu möglichen Risiken zählt die fehlerhafte Heilung des Deckhäutchens, etwa durch Einwachsen oder Faltung. Hierbei kann es im Ernstfall zu Problemen in Bezug auf das Sehvermögen hinauslaufen.

Die Heilung nach einem operativen Eingriff mit PRK/LASEK dauert durchschnittlich zwei Wochen. Scharf sehen können Patienten jedoch bereits wieder nach wenigen Tagen. Meist sind sie nach einer Woche wieder in der Lage zu arbeiten sowie Auto zu fahren. Es ist daher mindestens eine Woche Urlaub einzuplanen. Vollständig abgeheilt ist das Auge nach circa vier Wochen. Kontrolluntersuchungen finden am Tag nach der Operation sowie drei bis fünf Tage und ein bis zwei Wochen später statt. Die Abschlusskontrolle erfolgt in der Regel nach ca. acht Wochen. (3)

Die Kosten für PRK und LASEK

In der Regel fallen die Behandlungskosten bei der LASEK/PRK günstiger als bei einer LASIK-Operation aus. Hier kann es jedoch durch verschiedene Faktoren, wie den Leistungsumfang der Behandlung, der Anzahl der durchgeführten Operationen oder dem Alter bzw. der Wartungshäufigkeit des Lasersystems, zu starken Preisschwankungen kommen. Die günstigsten Angebote für die Augenchirurgie mit LASEK/PRK starten bei etwa 800 Euro pro Auge.

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Quellen:

(1) Verband der Spezialkliniken für Augenlaser und refraktive Chirurgie e.V. (VSDAR), https://vsdar.de/sehfehlerkorrekturen/augenlaseroperationen/ (Stand: 29.04.2022)

(2) Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), https://augeninfo.de/cms/hauptmenu/augenheilkunde/sehen-ohne-brille-refraktive-chirurgie/laserverfahren/lasekphotorefraktive-keratektomie-prk.html (Stand: 29.04.2022)

(3) FreeVis LASIK Zentrum Universitätsklinikum Mannheim, https://www.freevis.de/lasik/lasek.html (Stand: 29.04.2022)

(4) Universitätsklinikum Köln (AöR), https://augenklinik.uk-koeln.de/erkrankungen-therapien/laserzentrum/behandlungsbereiche/ (Stand: 29.04.2022)

Häufige Fragen

PRK/LASEK – wann kann ich wieder scharf sehen?

Scharf sehen können Patienten nach einem PRK/LASEK-Eingriff bereits wieder nach wenigen Tagen. Das Autofahren und arbeiten ist meist wieder nach etwa einer Woche möglich. Dementsprechend ist ein Urlaub von mindestens einer Woche einzuplanen. Vollständig abgeheilt ist das Auge jedoch erst nach circa vier bis sechs Wochen.

PRK oder LASIK – was ist besser?

Welche der beiden Verfahren geeigneter ist, variiert von Patient zu Patient. Die LASEK eignet sich vor allem für Personen, die nur über eine sehr dünne Hornhaut verfügen, da hierbei nur eine minimal dünne Schicht der Hornhaut abgelöst wird. Daher ist die Methode schonender für das Auge.

Was bedeutet PRK?

PRK steht für „Photoablative refraktive Keratektomie”. Es handelt sich um eine Augenlasermethode, bei der mit einem stumpfen Messer die oberste Hornhautschicht, das Epithel, abgeschabt wird. Anschließend modelliert der behandelnde Arzt die Oberfläche mit dem Excimer-Laser, um die bestehende Fehlsichtigkeit auszugleichen. Diese Methode ist jedoch veraltet, heutzutage kommt vermehrt die LASEK-Methode zu.