LASIK-OP: alle Infos rund um die Behandlung

von Patrick B.
17 March 2022
Methoden

Die LASIK zählt neben PRK/LASEK, Femto-LASIK und ReLEx SMILE zu den beliebtesten Augenlaserverfahren in Deutschland. Wer dauerhaft auf das Tragen von Brillen und Kontaktlinsen verzichten möchte, entscheidet sich daher häufig für eine LASIK-OP. Die Auswahl des richtigen Arztes spielt für das optimale Ergebnis eine maßgebliche Rolle. Im Folgenden erhalten Sie alle nützlichen Informationen rund um die Behandlung und die damit verbundenen Kosten. Außerdem erfahren Sie, welche Vorteile eine LASIK-OP mit sich bringt.

Wie läuft eine LASIK-OP ab?

Die LASIK-OP erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung. Bei Bedarf ist in vielen Kliniken auch eine Behandlung unter Vollnarkose möglich. Der behandelnde Arzt nutzt zu Beginn der LASIK-OP eine sehr scharfe, computergesteuerte Präzisionsklinge, um einen Hornhautdeckel (Flap) zu erzeugen(5). Diesen klappt er anschließend zur Seite. Mit einem Excimerlaser korrigiert er nun die Fehlsichtigkeit durch eine Neuformung der Hornhaut. Am Ende lässt sich der Hornhaut-Flap wieder zurücklegen und saugt sich wie eine Art natürlicher Wundverband fest.

LASIK-Behandlung: Welche Untersuchungen sind inbegriffen?

Um während und nach der LASIK-OP die größtmögliche Sicherheit des Patienten zu gewährleisten, sind einige Untersuchungen unabdingbar. Dazu gehören:

  • Kostenloser Augencheck: Vor dem Beginn der LASIK-Behandlung muss ein unverbindlicher Augencheck von einem Optiker oder Optometristen durchgeführt werden. Dabei ermittelt dieser unter anderem die bestehende Sehschwäche und nimmt eine Messung des Augeninnendrucks sowie der Dicke der Hornhaut vor.
  • Gründliche Voruntersuchung:Auf den unverbindlichen Augencheck folgt eine intensive, etwa zwei Stunden andauernde Voruntersuchung durch den behandelnden Arzt oder Operateur. Dieser ermittelt dabei alle relevanten Messwerte. Die Kosten für diesen Termin betragen zwischen 35 und 100 Euro und sind im Normalfall in den Behandlungskosten enthalten.
  • Regelmäßige Nachkontrollen: Um jegliche Risiken in Folge einer LASIK-OP auf ein Minimum zu reduzieren, finden in den Wochen und Monaten nach der Behandlung vier Nachkontrollen statt.

Augenlasern mit LASIK: Welche Kosten sind einzuplanen?

Vor der Entscheidung für eine LASIK-OP sind die Kosten zu prüfen. Diese können je nach Anbieter stark variieren und sind anhängig vom Leistungsumfang, der Erfahrung des Arztes sowie dem verwendeten Lasersystem. Auch die vorliegende Sehschwäche und der eventuell höhere Behandlungsaufwand der LASIK-OP nehmen Einfluss auf die Kosten. In der Regel liegt der preisliche Rahmen für eine LASIK-Behandlung zwischen 750 und 2.000 Euro pro Auge. Die Kosten sollten jedoch keineswegs das einzige Argument für oder gegen eine Behandlung sein, schließlich geht es um die Gesundheit der Augen und die Qualität der Sehkraft. Dennoch stellt sich die Frage: Welche Möglichkeiten haben LASIK-Patienten, um die finanzielle Belastung zu reduzieren?

LASIK-OP: Kostenübernahme durch Krankenkasse?

Die Kostenübernahme für eine LASIK-OP fällt in der Regel nicht in den Leistungskatalog gesetzlicher Krankenkassen. Grund dafür ist – laut Einschätzung der Versicherer – die fehlende medizinische Notwendigkeit. Augenlaserbehandlungen gelten demnach als „Lifestyle-OP”. Die Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen für eine LASIK-Behandlung erfolgt lediglich in Ausnahmefällen. Diese können vorliegen, wenn:

  • Eine Brillen- und Kontaktlinsenunverträglichkeit vorliegt
  • Augenkrankheiten wie Grauer oder Grüner Star bestehen
  • Nach einem Unfall der Verlust der Sehfähigkeit droht

Private Krankenversicherungen zahlen die Kosten einer LASIK-OP im Normalfall mindestens anteilig. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs sind diese in vielen Fällen sogar zu einer Kostenübernahme verpflichtet(1).

Bitte gültige PLZ oder Stadt eingeben

Augenlasern mit LASIK: Kosten finanzieren

Übernimmt die Krankenkasse die LASIK-Kosten nicht, bieten die meisten Kliniken attraktive Modelle zur Finanzierung an, um den Patienten zu entlasten. Auf diese Weise lassen sich die Kosten für eine LASIK-OP in einem längeren Zeitraum – meist zwischen drei und 72 Monaten – abbezahlen. Große Kliniken oder Ketten bieten häufig sogar eine 0%-Finanzierung an.

Kosten für LASIK-OP von der Steuer absetzen

Nach einer LASIK-OP lassen sich die Kosten in vielen Fällen steuerlich geltend machen. Hierfür müssen die unmittelbaren Kosten für die Behandlung lediglich den festgesetzten Betrag für zumutbare Belastungen binnen eines Jahres übersteigen. Auch die im Rahmen der Behandlung anfallenden Fahrtkosten können abgesetzt werden – optimal für Patienten, die eine weite Anfahrt haben. Wie hoch die steuerliche Entlastung nach der LASIK-OP ausfällt, hängt vom individuellen Einkommen, dem Steuertarif sowie der Anzahl der Kinder ab.

LASIK, PRK/LASEK, Femto-LASIK und ReLEx SMILE im Vergleich

Verfahren Kosten pro Auge Voraussetzungen Risiken
LASIK Ab 895 Euro
  • Mindestens 18 Jahre
  • Kurzsichtigkeit bis -10 dpt
  • Weitsichtigkeit bis +4 dpt
  • Hornhautverkrümmung bis +6 dpt
  • Temporäres Trockenheitsgefühl der Augen möglich(3)
  • Oberflächliche Trübung (Haze) 
  • Vermindertes Sehvermögen in der Dämmerung 
  • Flap-bedingte Risiken möglich 
PRK/LASEK Ab 750 Euro
  • Mindestens 18 Jahre
  • Kurzsichtigkeit bis -8 dpt
  • Weitsichtigkeit bis +4 dpt
  • Hornhautverkrümmung bis +6 dpt
  • Temporärer Schmerz sowie ausgeprägtes Trockenheitsgefühl möglich 
  • Infektionsrisiko nicht gänzlich ausgeschlossen 
  • In seltenen Fällen Einwachsen oder Faltung des Deckhäutchens möglich 
Femto-LASIK Ab 900 Euro
  • Mindestens 18 Jahre
  • Kurzsichtigkeit bis -10 dpt
  • Weitsichtigkeit bis +4 dpt
  • Hornhautverkrümmung: max. +6 dpt 
  • Vorübergehende Trockenheit der Augen 
  • Selten Infektionen 
  • Blendeffekte (Halos) sowie Probleme beim Sehen in der Dunkelheit möglich 
  • Flap-bedingte Risiken möglich 
ReLEx SMILE Ab 1.600 Euro
  • Mindestalter: 18 Jahre
  • Kurzsichtigkeit: max. -10 dpt
  • Hornhautkrümmung: max. +5 dpt
  • Behandlung von Weitsichtigkeit nicht möglich
  • Trockenheitsgefühl der Augen 
  • Verschlechterung der Sehfähigkeit bei Dämmerung möglich 
  • OP-bedingtes Infektionsrisiko

Welches Alter ist ideal für eine LASIK-OP?

Um für eine LASIK-OP überhaupt geeignet zu sein, muss der Patient die Volljährigkeit erreicht haben. Besonders bei jungen Menschen im Alter von bis zu 28 Jahren ist zudem eine gründliche Voruntersuchung unabdingbar, da es besonders in diesem Alter noch zu einer starken Verschlechterung der Sehstärke kommen kann. Um nach der LASIK-OP nicht erneut auf das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen angewiesen zu sein, empfiehlt es sich, mit der Behandlung abzuwarten, bis sich eine zweijährige Stabilität der Sehschwäche eingestellt hat. Ab dem 40. Lebensjahr kann es wiederum zu der Entwicklung einer Alterssichtigkeit kommen, welche sich lediglich durch eine Linsenimplantation beheben lässt. Der Zeitraum zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr gilt daher als ideal für eine LASIK-OP(4).

Quellen:

(1) BGH, Urteil vom 29. März 2017 – IV ZR 533/15, http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&nr=78022&linked=urt&Blank=1&file=dokument.pdf (Stand: Dezember 2021)

(2) Statista Research Department, 30.08.2016, (Stand: Dezember 2021)

(3) Shtein, Roni M. “Post-LASIK dry eye.” Expert review of ophthalmology 6.5 (2011): 575-582. (Stand: Dezember 2021)

(4) Schmickler, S., et al. “Das optimale Alter für die LASIK.” Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 226.S 01 (2009): V67. (Stand: Dezember 2021)

(5) Bauer, Eva Lucia. Korneale Biomechanik nach Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK): Retrospektive Analyse der Corneal VisualisationScheimpflug Technology (CORVIS® ST) Parameter. Diss. Staats-und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, 2017. (Stand: Dezember 2021)

Bitte gültige PLZ oder Stadt eingeben

Häufige Fragen

Was ist LASIK?

LASIK ist eine der verbreitetsten Methoden zur Korrektur optischer Fehlsichtigkeiten in Deutschland. Mittels einer computergesteuerten Präzisionsklinge erzeugt der behandelnde Arzt einen Hornhautdeckel (Flap). Diesen legt er zur Seite, um anschließend die Sehschwäche mithilfe eines Excimer-Lasers zu korrigieren. Der Hornhaut-Flap wächst anschließend von selbst wieder an.

Wie lang halten die Sehschwankungen nach der LASIK an?

Bereits wenige Stunden nach der LASIK-OP tritt eine deutliche Verbesserung der Sehfähigkeit ein. Das Autofahren ist in den meisten Fällen bereits ab dem Folgetag möglich. Möglicherweise kann es zu temporären Nebenwirkungen wie einer Trockenheit der Augen oder einer Beeinträchtigung des Sehvermögens in der Dunkelheit kommen. Die endgültige Stabilität der neuen Sehfähigkeit ist nach etwa vier bis sechs Wochen erreicht.

Was kostet eine LASIK-Behandlung?

Wie hoch die Kosten für eine LASIK-OP ausfallen, hängt ganz von dem entsprechenden Anbieter, dessen Leistungsumfang, Erfahrungsschatz und dem verwendeten Lasersystem ab. Auch die individuelle Sehschwäche kann die Höhe der Behandlungskosten beeinflussen. In Deutschland fallen für eine LASIK-OP meist Kosten im Bereich von 750 und 2.000 Euro pro Auge an.

Wie sicher ist LASIK?

Eine LASIK-OP durchzuführen, gilt als sehr sicher. Im Jahr 2020 wurden allein in Deutschland rund 160.000 LASIK-Behandlungen durchgeführt(2). Allgemein treten nach Augenlaserbehandlungen nur in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen oder Flap-bedingte Komplikationen auf. Auch die Gefahr einer bakteriellen Infektion lässt sich bei keiner Operation gänzlich ausschließen.